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Forensische Toxikologie

1978 wurde im Laboratoire national de santé in Luxemburg eine „Abteilung für Toxikologie“ eingeführt. Seither wurden auf Antrag von oder in Zusammenarbeit mit den Gesundheits- und Regierungsbehörden Untersuchungen an biologischen oder nichtbiologischen Proben durchgeführt.

Ein seit 1978 bestehender Service, der seit 2010 rechtsmedizinische Aufgaben übernimmt

1978 führte Luxemburg eine „Abteilung für Toxikologie“ ein. Seither wurden auf Antrag von oder in Zusammenarbeit mit den Gesundheits- und Regierungsbehörden, Behandlungseinrichtungen für Drogenabhängige, Ärzten und Krankenhäusern, öffentlichen Forschungseinrichtungen, Justizbehörden, der Armee und den Justizvollzugsanstalten Untersuchungen auf biologische oder nichtbiologische Proben durchgeführt. 2010 wurde am LNS eine rein rechtsmedizinisch ausgerichtete Toxikologie-Einheit gegründet; diese wurde zum „Service für forensische Toxikologie“, als das LNS 2012 in eine öffentliche Einrichtung umgewandelt wurde. Dieser ist Teil des Departements für Rechtsmedizin.

Vom toxikologischen Gutachten bis zur Haaranalysen

Der größte Teil der Tätigkeiten dieses Service besteht aus Routineuntersuchungen im Rahmen der Erstellung von toxikologischen Gutachten bei rechtsmedizinischen Autopsien und bei Fällen mit lebenden Personen (beispielsweise bei Fahren unter dem Einfluss von Alkohol und Betäubungsmitteln, bei Arbeitsunfällen, bei Verbrechen oder bei mutmaßlicher Verabreichung von K.O.-Mittel, usw.).

Ein weiterer Schwerpunkt sind die Untersuchungen von Haarproben1, dies zur Feststellung von chronischem Drogenkonsum, zur Erstellung eines Alkoholkonsumprofils, zur Entscheidung über den Erhalt, Beibehaltung oder Neuerteilung eines Führerscheins, bzw. bei Fällen von mutmaßlicher Verabreichung von K.O.-Mitteln.

Forschung und Entwicklung

Im Bereich der Forschung und Entwicklung liegt das Augenmerk auf einer Verbesserung der Interpretation von Analyseergebnissen, um neue analytische Verfahren zu entwickeln und neue Medikamente und Drogen nachzuweisen.

So hat die Forschung über die Verwendung von Ethylglucuronid in den Haaren als Marker für den chronischen Konsum von Alkohol zu vielen Artikeln in internationalen Wissenschaftszeitschriften geführt. Diese Studien waren dank intensiver Zusammenarbeit mit internationalen Universitäten und Instituten möglich.

Ein national und international tätiges Labor

National arbeitet das LNS eng mit dem European Monitoring Centre for Drugs and Drug addiction – Luxembourg Focal Point (jährliche Bewertung des Fahrens unter Drogeneinflusses und der tödlichen Überdosen), den Justizbehörden und den Ordnungskräften zusammen (Auswertung der Drugwipe 5S-Speicheltests).

International ist der Leiter des Service, abgesehen von seinen Forschungskollaborationen mit internationalen Instituten, nationaler Experte im Bereich „Drug related death“ des „European Monitoring Centre for Drugs and Drug addiction“ in Lissabon, Vorstandsmitglied der Society of Hair Testing und Vizepräsident der „Toxicological Society of Belgium and Luxembourg“.

Moderne Instrumentelle Ausstattung

Der Service verfügt über moderne, hochsensible und spezifische Analysesysteme, wie z.B. Immunoanalyzer, Gaschromatographie mit (Tandem-) Massenspektrometer, Hochleistungsflüssigkeitschromatographie mit Dioden-Array und mit Tandem-Massenspektrometer

2017 startete der Service das Projekt zur Akkreditierung nach ISO 17025.

1 Im Gegensatz zu Speichel-, Serum- und Urinproben können Haare als langfristiger Marker (bis zu mehreren Monaten) für chronischen Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenkonsum und dessen Verlauf dienen.