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Technische Plattform für analytische Toxikologie und pharmazeutische Chemie

Die technische Plattform für analytische Toxikologie und pharmazeutische Chemie wurde Ende 2016 geschaffen und ist Teil der Abteilung Rechtsmedizin.

Die Plattform dient insbesondere der Identifizierung und Dosierung von Betäubungsmitteln, sowie der Überprüfung von legalen oder gefälschten Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln und sonstigen Produkten unbekannter Herkunft, bei denen der Verdacht medikamentöser Inhaltsstoffe besteht. Die wichtigsten Kunden sind die Polizei, Justizbehörden, der Zoll, das Amt für Pharmazie und Arzneimittel, das Gesundheitsamt, Apotheker, Ärzte und Privatpersonen

Die Plattform für analytische Toxikologie und pharmazeutische Chemie übernimmt außerdem für alle Services des LNS die Identifizierung unbekannter Verbindungen.

Routineanalysen, die den Großteil der Tätigkeit ausmachen

  • Analyse beschlagnahmter Betäubungsmittel. Diese machen den Hauptanteil der Analysen aus. 2016 wurden etwa 3.400 Proben mit Verdacht auf illegale Drogen untersucht (Bestimmung und Dosierung der psychoaktiven Inhaltsstoffe);
  • Die Qualitätskontrolle der in Luxemburg erhältlichen Medikamente, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Pharmazie und Arzneimittel (DPM) und dem Gesundheitsamt;
  • Analysen mutmaßlich gefälschter Medikamente, in Zusammenarbeit mit dem DPM und dem Zoll;
  • Analysen von Nahrungsergänzungsmitteln und sonstigen Produkten unbekannter Herkunft, die mutmaßlich medikamentöse Stoffe enthalten, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Lebensmittelsicherheit (DSA) und dem Gesundheitsamt;
  • Analysen für Einzelpersonen (Apotheker, Ärzte, Privatpersonen, …) auf Anfrage. Kontrolle von Präparaten, die für Apotheken hergestellt werden, zum Beispiel des Heroin-Substitutionsprodukts Methadon;
  • Analysen für das Europäische Direktorat für die Qualität von Arzneimitteln (EDQM) in Straßburg und die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) in London.

Eine Spitzenausrüstung

Zur Erfüllung ihres Auftrags verfügt die Plattform über Spitzenausrüstungen, wie sie in den leistungsfähigsten Laboren zu finden sind.

Aktuelle und zukünftige Forschungsprojekte

Mehrere Projekte laufen, zumeist in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Forschungsinstituten.

  • Im Rahmen des Projekts „DUCK“ (in Zusammenarbeit mit 4motion, dem Gesundheitsministerium, der Polizei und den Justizbehörden) werden Betäubungsmittel untersucht, die bei bestimmten Festen in Luxemburg freiwillig von Konsumenten abgegeben wurden. Ziel ist es, verschiedene in Luxemburg konsumierten Freizeitdrogen (Kokain, Amphetamine, Ecstasy, Cannabis und neue synthetische Drogen) besser zu erfassen; alle Teilnehmer wünschen eine langfristige Ausdehnung dieses Projekts.
  • Im Januar 2017 wurde, in Zusammenarbeit mit dem Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST), das Projekt „Analyse von Drogen in luxemburgischen Abwässern“ gestartet, das die verfügbaren Daten zum Drogenkonsum in Luxemburg vervollständigen wird. Mittelfristig soll auch die Dosierung von verschiedenen Medikamenten im Abwasser in das Projekt integriert werden. Eine langfristige Verlängerung des Projekts ist geplant.
  • Das Projekt „Medizinalhanf“ findet in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Cannad‘Our aus Kalborn statt und zielt auf eine bessere Charakterisierung des in Luxemburg produzierten Hanfs ab. Hier ist eine Projektdauer von 2 Jahren vorgesehen.

Mittel-  und langfristig werden weitere Projekte in Betracht gezogen, wie beispielsweise

  • Analysen von im Internet erstandenen pharmazeutischen Produkten,
  • 2019 dürfte das Akkreditierungsprojekt abgeschlossen werden.

Das Team