Im klinischen Bereich decken die Tätigkeiten des Services für Bakteriologie, Mykologie, Antibiotikaresistenz und Krankenhaushygiene die Suche nach Mykobakterien, die Mykologie, die Suche nach sexuell übertragbaren Infektionen, Untersuchungen von Lungenproben und spezialisierte Untersuchungen von verschiedenen Proben ab; in den Bereichen der Epidemiologie und der öffentlichen Gesundheit betreffen die Aktivitäten des Services die Überwachung von gastroenterischen Erregern, die phenotypische und molekulare Charakterisierung bestimmter Erregern (z.B. MRSA) sowie die Feststellung von Legionellen im Trinkwasser.
Die Tätigkeit des im Bereich der Infektionskrankheiten für die Diagnose und Behandlung von bakteriellen, mykologischen und parasitären Infektionen zuständigen Services hat sich mit den Jahren weiterentwickelt: spezialisierte Analysen lösten Routineuntersuchungen ab, molekularbiologische Verfahren entwickelten sich sowohl bei der Diagnose und Charakterisierung bestimmter Erreger, als auch bei der Feststellung von Resistenzmechanismen gegen Antibiotika. Seit 2016 werden keine Anträge auf parasitologische Untersuchungen mehr eingereicht, damit stieg die Anzahl der Untersuchungen von Stämmen an. Aufgrund dieser Entwicklung änderte der Service seinen Namen in „Service für Bakteriologie, Mykologie, Antibiotikaresistenz und Krankenhaushygiene“.
Im klinischen Bereich sind insbesondere die Untersuchungen zur Feststellung von Mykobakterien zu nennen (Tuberkulose-Erreger oder atypische Mykobakterien). Das Labor ist das einzige in Luxemburg, das solche Untersuchungen durchführt und dient somit als nationales Referenzlabor. Im Bereich der Mykologie wird nach Dermatophyten gesucht (durch klassische Anzucht und PCR1). Des Weiteren werden für den luxemburgischen Planning Familial sexuell übertragbare Krankheiten untersucht, sowie Untersuchungen von Lungenproben (durch Anzucht und PCR) und spezialisierte Untersuchungen verschiedener Proben durchgeführt.
Im Bereich der Epidemiologie und öffentlichen Gesundheit ist die Überwachung gastroenterischer Erreger wie z.B. Salmonellen oder Campylobacter zu nennen, sowie die phenotypische und molekulare Charakterisierung von Erregern, die für die öffentliche Gesundheit von Interesse sind, wie z.B. Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) und die Feststellung von Legionellen im Trinkwasser.
Auf internationaler Ebene beteiligt sich der Service an mehreren europäischen Arbeitsgruppen in verschiedenen Bereichen, beispielsweise der gastroenterischen Erreger, der Antibiotikaresistenz und der Untersuchung von Mykobakterien.
Er wurde am Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zum „Nominated National Laboratory Expert“ für mehrere Tätigkeiten ernannt.
Darüber hinaus ist der Service der einzige des LNS, der über zwei Akkreditierungen verfügt: ISO/CEI 17025:2007 für seine Identifizierungs-, Serotypisierungs- und Antibiogramm-Tätigkeiten an nichtmenschlichen Salmonellenstämmen und ISO 15189:2012 für die gleichen Untersuchungen an menschlichen Stämmen. Seit 2016 ist der Service ebenfalls für seine diagnostische Tätigkeit im Bereich der sexuell übertragbaren Krankheiten akkreditiert.

1 PCR, „Polymerase Chain Reaction“ ist eine molekularbiologische Technik, durch die im Labor die Anzahl der Kopien einer DNS-Sequenz durch Vervielfachung erhöht werden kann.