bg image

Geschichte

Ursprung, heutiger Stand, Auftrag

Vom Ursprung bis heute

Der Bedarf Luxemburgs an einem medizinischen Labor war bereits Ende des 19. Jahrhunderts spürbar, nachdem die Naturwissenschaften und insbesondere die Mikrobiologie entwickelt worden waren.

Vor 1886 bestand in der Rue du Nord, gegenüber dem Justizpalast, ein inoffizielles Labor des luxemburgischen Medizinalkollegiums „Collège Médical“. Nach einem Brand wurde dieses Labor 1886 in die Rue Clairefontaine verlegt.

Die Begründung des 1897 eingebrachten Gesetzestexts über die Schaffung des „Laboratoire pratique de Bactériologie“ legte präzise dar, welche Aufgaben dem Labor zukamen, nämlich ausschließlich bakteriologische Tätigkeiten, die die Hygiene, die medizinische Diagnose und die Rechtsmedizin betrafen, darunter auch manche Autopsien sowie Haar-, Flecken- und Fingerabdrucksanalysen, anthropometrische Aufzeichnungen und Gerichtsfotografie.

Das erste Gebäude stand im Stadtviertel Verlorenkost, es wurde 1907 fertiggestellt. Zu dieser Zeit bestand das Grundpersonal des Labors aus einem ärztlichen Leiter und einem Pedell. Im Bedarfsfall wurden sie zeitweilig durch einen Mediziner, einen Veterinär oder einen Chemiker unterstützt, womit das Personal insgesamt 5 Personen umfasste.

1954 begann der Bau eines zweiten Gebäudes in der Rue du Laboratoire, das 1960 in Betrieb genommen wurde.

1965 wurde das Labor neu organisiert und in „Institut d’Hygiène et de Santé Publique“ umbenannt. Diese Bezeichnung war bis 1980 gültig, als das Labor erneut neu organisiert und endgültig in „Nationales Gesundheitslabor“ (Laboratoire national de santé – LNS) umbenannt wurde.

Heute

Der Bau des aktuellen Gebäudes in Düdelingen begann 2009, es wurde 2013 fertiggestellt. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten rund 200 Menschen für das Labor.

Seit dem 7. August 2012 ist das Laboratoire national de santé eine öffentliche Einrichtung, die unter der Aufsicht des luxemburgischen Gesundheitsministeriums steht. Es ist als multidisziplinäres Institut angelegt, das neben einer Verwaltungsabteilung über sechs wissenschaftliche Abteilungen verfügt, die die Bereiche der morphologischen und molekularen Pathologie, der Genetik, der medizinischen Biologie, der Mikrobiologie, der Rechtsmedizin und des Gesundheitsschutzes abdecken.

Auftrag

Gegenstand des LNS ist es, analytische und wissenschaftliche Tätigkeiten in den Bereichen der Prävention, Diagnose und Überwachung menschlicher Krankheiten zu entwickeln. Sein Auftrag ist es, die Funktion eines nationalen Kontroll- oder Referenzlabors zu erfüllen, sowie rechtsmedizinische Aufgaben zu übernehmen.

Des Weiteren trägt es in enger Zusammenarbeit mit analytischen Laboren in Luxemburg und im Ausland zur Entwicklung, Harmonisierung und Förderung der technischen Laborverfahren bei.

Außerdem entwickelt es im Rahmen seiner Zuständigkeitsbereiche und in Zusammenarbeit mit seinen Partnern in Luxemburg und im Ausland ebenfalls Forschungs- und Lehrtätigkeiten.

Zudem spielt das Laboratoire national de santé eine wichtige Rolle in der nationalen Gesundheitspolitik und dient auf verschiedenen Gebieten als nationales Referenzlabor. Seine vielzähligen Kollaborationen haben ihm zu internationalem Ansehen verholfen.